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10.Mai 2014
 
Natalie Plöger
-       ein Traum könnte wahr werden
 
 Natalie Plöger
Am Sonnabend (10.Mai 2014), abends um 20 Uhr im Fernsehen, aber auch zu diesem Zeitpunkt vor einer großen Leinwand auf dem Denkmalsplatz in Leer, werden viele in unserer Stadt mitfiebern, ob der Traum von Natalie Plöger wahr wird und sie zusammen mit ihren beiden Freundinnen Ela Steinmetz und Yvonne Grünwald als Gruppe „Elaiza“ den Eurovision Song Contest in Kopenhagen gewinnt.
 
Ich bin verschiedentlich gefragt worden, ob Natalie aus Heisfelde stammt, zur Gärtnerdynastie der Familie Plöger gehört. So ist es.
Ihr Großvater Gärtnermeister Ludwig Plöger gründete in Heisfelde die Gärtnerei Plöger, die nun schon lange durch die Söhne weitergeführt wird. Die Plöger-Brüder sind mit ihren prächtigen Blumen und Stauden vom Wochenmarkt in Leer nicht wegzudenken. Das Ladengeschäft in der Heisfelder Straße „blüht und floriert“.
 
Ludwig Plöger und seiner Frau wurden sechs Söhne und zwei Töchter geboren. Einer ist Walter Plöger, der mit seiner Frau Anna nach Stationen in Heisfelde und Leer heute in Loga wohnt. Die heute 28jährige Tochter Natalie ging in Loga zur Schule und besuchte dann das Gymnasium in Leer. Doch lassen wir sie selbst erzählen. Im Internet ist ein Gespräch mit ihr veröffentlicht (nachzulesen unter www.eurovision.de/teilnehmer/interviewnatalie101.html ), das ich unten wörtlich abdrucke.
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Der Song "Is It Right" ist wirklich klasse, hat Niveau und den richtigen heute gewünschten Rhythmus. Aber ob er sich im großen europäischen Wettbewerb durchsetzt? Sehen die Juroren anderer Länder und Kulturkreise Europas das ebenso? Ist er „marktgerecht“ und liegt der Song im Trend? Ich tippe, er kommt unter die ersten fünf. Das wäre ein toller Erfolg, auf den die Gruppe sehr stolz sein dürfte. Dann hätte sich Qualität durchgesetzt.
So oder so, toll das ihr soweit gekommen seid, Natalie. Du setzt Dich durch. Mit oder ohne den Eurovision Song Contest . Wir drücken Dir die Daumen!
 
Berend Schröder
 
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Es folgt das Interview mit Natalie im Internet, geführt von Nicole Janke:
 
"Die Größe und der Klang faszinieren mich"
 (Bild siehe oben)
„Erst klassische Musik, dann Schulmusik. Natalie Plöger hat gleich zwei Hochschulabschlüsse - jedenfalls fast. Für letzteren muss sie noch die Diplomarbeit schreiben.
 
1999 in Leer: Auf dem Gymnasium, das Natalie Plöger besucht, ist im Schulorchester der Kontrabass nicht besetzt. Bislang spielt Natalie Klavier, möchte aber unbedingt mit anderen zusammen Musik machen. Der Teenager fragt sich: "Warum nicht Bass spielen?" - und entscheidet sich für das große Streichinstrument. Von Anfang an ist die Niedersächsin von der Größe und dem tiefen Klang fasziniert.
Bald spielt sie im Landesjugendorchester und bewirbt sich nach dem Abitur spontan in Detmold für ein Klassisches Musikstudium. Es klappt auf Anhieb. Die Musikbegeisterte entdeckt Jazz für sich, spielt nebenher in der Hochschul-Bigband und gründet das Jazz-Trio Fabergé.
 
2010 schließt die 1985 geborene Künstlerin das Klassik-Studium ab und hängt gleich noch ein Schulmusik-Studium dran. Nicht aus Sicherheitsgründen, sondern aus voller Überzeugung: "Ich arbeite gerne mit Kindern. Ich bin darin total aufgegangen." 2013 trifft sie in ihrer neuen Heimatstadt Berlin durch Zufall auf Ela Steinmetz und Yvonne Grünwald. Eine schicksalhafte Begegnung. Die drei passen perfekt zusammen und gründen Elaiza - mit bekannten Folgen.
 
Nun möchten wir die drei Musikerinnen besser kennen lernen und haben allen die gleichen zehn Fragen gestellt. Hier Natalies Antworten.
 
Was bist du für ein Typ? Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Natalie Plöger: Ich bin natürlich und lustig. Ein lässiger Typ. Manchmal ein bisschen zurückhaltend.
Wie würdest Du Deine Rolle bei Elaiza beschreiben?
Natalie Plöger: Ich bin auf jeden Fall die Ungeduldige. Ich mag es nicht, zu warten. Wenn so rumgedödelt wird. Dann noch ein Kaffee, dann noch dies, dann noch das ... Ich möchte, dass es losgeht und dass man die Zeit sinnvoll nutzt. Ich bin so ein bisschen die Antreiberin.
Du bist jetzt viel auf Reisen. Was darf in deinem Koffer auf keinen Fall fehlen?
Natalie Plöger: Ich brauche immer Musik und ein gutes Buch. Soulmusik höre ich gerne, Hip Hop und Funk. Joss Stone, Stevie Wonder, die alten Motown-Sachen Erykah Badu, Max Herre, das mag ich total gerne.
Als Musikerin ist es ja nicht unbedingt einfach, über die Runden zu kommen. Womit hast du vor dem Elaiza-Erfolg Geld verdient?
Natalie Plöger: Ich habe immer nur Musik gemacht, freischaffend mit verschiedenen Kombos. Auch klassische Konzerte, aber meistens Hintergrundmusik mit meinem Jazz-Trio Fabergé. Auf Firmenfeiern, Geburtstagen, Hochzeiten, so richtig intensiv mache ich das seit drei Jahren. Ich hab' auch ab und zu Schüler gehabt, aber Haupteinnahmequelle waren die Auftritte.
Lass uns mal in den Wolken schweben: Wenn ihr in Kopenhagen gewinnen solltet, welchen Wunsch erfüllst du dir als Belohnung?
Natalie Plöger: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, weil ich mit so etwas gar nicht rechne. (Natalie überlegt) ... Dann kaufe ich mir ein Fahrrad. Ich hab' gerade kein Fahrrad und das macht mich wahnsinnig. Ich liebe Fahrradfahren.
Wer ist Dein Lieblings-ESC-Künstler?
Natalie Plöger: In diesem Jahr mag ich den Song von Basim aus Dänemark, aber ich finde auch alle anderen spannend. Und generell fand ich natürlich Lena ganz cool, den Song "Satellite" fand ich richtig super. Und - da ich großer Abba Fan bin - "Waterloo"!
Welches war deine erste Platte?
Natalie Plöger: Meine erste Single war "A-N-N-A" von Freundeskreis. Die habe ich mir von meinem Taschengeld gegönnt und hab sie auch noch zu Hause. Das war vielleicht so in der fünften, sechsten Klasse. Ich hab' damals viel Fantastische Vier gehört, Fettes Brot und Freundeskreis. Die fand ich toll.
Wenn Du in der Zeit reisen könntest, würdest du lieber die Zukunft oder die Vergangenheit aufsuchen?
Natalie Plöger: (Wie aus der Pistole geschossen) In die Vergangenheit. In die 50er, 60er-Jahre. Vor allem würde mich die Musik interessieren, aber auch die Zeit an sich. Man kann sich das ja nie so richtig vorstellen. Man kann nur darüber lesen und versuchen, alles nachzuvollziehen, aber so richtig erleben kann man es nicht und das würde ich gerne mal.
Wie stellst du dir dein Leben in drei Jahren vor?
Natalie Plöger: Keine Ahnung. Ich denke über so etwas nicht nach, ich denke immer in der Gegenwart. Nun, ich will so froh und munter sein wie jetzt - mit Elaiza.
Und in 50 Jahren?
Natalie Plöger: Da möchte ich in Ruhe im Sessel sitzen und ein Buch lesen. Da wo ich mich wohl fühle, wo meine Freunde und meine Familie sind."
 
Das Interview führte Nicole Janke.
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